Free · Paul Kossoff · Rockgitarre
All Right Now auf der Gitarre: Pausen, Punch und Kossoff-Vibrato.
Das Riff besteht aus wenigen Griffen. Trotzdem klingt es nur dann nach Free, wenn Anschlag und Stille gleich präzise sind. Horst trennt die beiden Studiogitarren, baut daraus eine spielbare Live-Fassung und zerlegt Kossoffs Solo in Dur, Moll, Vibrato und wiederholbare Phrasen.
Komplette Videolektion
Riff, Chorus und komplettes Kossoff-Solo in einer Lektion.
Horst zeigt die linke und rechte Studiogitarre getrennt, vergleicht sie mit Kossoffs Live-Spielweise und arbeitet anschließend das Solo von der A-Dur-Pentatonik bis zu den A-Moll-Licks durch.
Der Song
1970 wird aus wenigen Akkorden ein Rockstandard.
„All Right Now“ erschien auf Frees drittem Album Fire and Water und erreichte Platz 2 in Großbritannien sowie Platz 4 in den USA. Paul Kossoffs Anteil daran ist kein Notenfeuerwerk: breiter Ton, klare Phrasen und ein Vibrato, das wie eine Stimme wirkt.
A und D mit Luft dazwischen
Der Wechsel der Akkordformen ist überschaubar. Charakter bekommt er durch kurze Akzente, offene Saiten und konsequentes Abdämpfen.
Breite durch zwei echte Takes
Links und rechts liegen unterschiedlich eingespielte Gitarrenspuren. Deshalb kann eine einzelne Gitarre den Studiosound nicht eins zu eins nachbilden.
Praktikabel vor perfekt
Kossoff reduzierte Details auf der Bühne. Horst zeigt, welche Töne den Charakter tragen und welche Erweiterung bei einem schwierigen Stretch entfallen darf.
Rhythmusgitarre
Das Riff lebt von den Pausen.
Mit Verzerrung wird jeder liegen gelassene Ton hörbar. Deshalb ist die Greifhand nur die halbe Aufgabe: Die rechte Hand beendet den Klang exakt dort, wo die Pause beginnt.
- Akkord anschlagen, sofort stoppen: Trainiere Akzent und Dämpfung als eine einzige Bewegung.
- Stretch nicht erzwingen: Lass die hohe Erweiterung zunächst weg, wenn Hand und Timing dadurch fest werden.
- Chorus kurz halten: Die Powerchords bekommen ihren Punch aus den drei kompakten Akzenten.
- Position vergleichen: Derselbe Griff klingt weiter oben am Hals runder; entscheide nach Bandbesetzung und gewünschter Farbe.
Arrangement
Zwei Gitarrenspuren, eine spielbare Live-Lösung
Im Studio ergänzen sich zwei unterschiedlich gespielte Spuren. Live übernimmt eine Gitarre die tragenden A-/D-Formen und einzelne Erweiterungen; der Bass liefert das tiefe Fundament. Das ist musikalisch vollständig, auch wenn es nicht jede Studioebene gleichzeitig enthält.
Das Gitarrensolo
Dur erzählt, Moll verschärft – Kossoff verbindet beides mit Vibrato.
Melodischer Einstieg
Die ersten Phrasen kommen aus der A-Dur-Pentatonik. Slides und Zielton A geben dem Solo einen offenen, singenden Beginn.
Mehr Reibung im Finale
Später wechselt Kossoff in die A-Moll-Pentatonik. Der Kontrast verschärft die Aussage, ohne den Song aus dem Blick zu verlieren.
Wiederholen, leicht verändern
Kossoff baut Ohrwurm-Licks aus wiederkehrenden Motiven. Kleine rhythmische Varianten, Bendings und breites Vibrato machen daraus Sprache.
Kapitel im Video
Direkt zu den entscheidenden Unterrichtsstellen.
- 04:42 · Zwei StudiogitarrenLinke und rechte Spur getrennt hören.
- 09:13 · Der erste RiffAkkordform, Erweiterung und sofortiger Stopp.
- 16:01 · ChorusKurze Powerchord-Akzente und Schlagzeugeinsatz.
- 22:26 · Die PausenWarum Crunch ohne Dämpfung verwaschen klingt.
- 25:54 · Solo-EinstiegErste Licks und Aufbau in zwei Teilen.
- 33:50 · Tempo reduzierenPhrasen üben und A-Dur-Pentatonik hören.
- 39:59 · A-Moll-PentatonikReibung, Bend-and-Release und Phrasierung.
- 55:43 · Was von Kossoff bleibtWenige Töne, hoher Wert und songdienliches Spiel.
Konkreter Übeplan
Trenne Klangkontrolle und Solo-Sprache.
Der Song hat zwei Lernbaustellen. Zuerst muss das Riff mit Pausen und Groove stehen. Danach bekommt das Solo Zeit für Intonation, Vibrato und den Wechsel zwischen Dur und Moll.
- Stopp ohne Ton: Übe Anschlag und sofortiges Dämpfen nur auf einem A-Powerchord.
- Zwei Rifftakte: Verbinde A und D langsam; jede Pause muss still und entspannt bleiben.
- Chorus ergänzen: Spiele die drei kurzen Akzente ohne zusätzliches Nachschwingen.
- Solo in Phrasen: Lerne jeweils zwei Takte, singe den Rhythmus und kontrolliere den Zielton.
- Vibrato aufnehmen: Höre, ob Tonhöhe und Puls stabil bleiben. Erst danach beide Solo-Teile verbinden.
Für VIP-Guitar Unterstützer
Zusatzmaterial zu „All Right Now“
Die Ausarbeitung zum Tutorial enthält die im Unterricht verwendeten Rhythmus- und Solo-Informationen.
Diese Dateien sind Horst Kellers Interpretation des Stücks und ausschließlich für privates Studium, Ausbildung oder Forschung bestimmt.
Sinnvolle Vertiefung
Klangbasis und Phrasierung für britischen Blues-Rock.
Wenn du Riff und Solo nach der Lektion in deinen eigenen Sound übertragen willst, sind diese beiden Bausteine sinnvoll. Wichtig: Plexi 2026 ist eine aktuelle Helix-Stadium-Klangbasis für Classic- und Blues-Rock, keine Rekonstruktion von Paul Kossoffs historischem Sound und kein „All Right Now“-Songpreset. 10 Blues Phrasen ist ein allgemeiner Improvisationskurs, kein Kurs zu Kossoffs Originalsolo.
Helix Stadium Preset
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