The Easybeats · Gary Moore · Rhythmusgitarre
Friday on My Mind auf der Gitarre: Zwei Versionen, zwei Rhythmuslektionen.
Die Easybeats verlangen schnelles Picking, kurze Pausen und flinke Akkordwechsel. Gary Moore nimmt Tempo heraus, macht daraus kräftige Powerchords und zeigt zwei archetypische 80er-Rockgrooves. Horst führt beide Fassungen zusammen und macht aus dem Song ein komplettes Training für rechte und linke Hand.
Komplette Videolektion
75 Minuten für Picking, Akkorde, Rockgrooves, Licks und Sound.
Horst beginnt mit der Easybeats-Aufnahme und erklärt zuerst, warum das Original mit zwei Gitarren gedacht ist. Danach folgt die spielbare Reduktion für eine Gitarre. Ab 31:37 wird aus dem schnellen Beat-Song eine Gary-Moore-Lektion mit Powerchords, Palm Mutes und zwei getrennten Gitarrenspuren.
Zum Schluss überträgt Horst die Begleitung auf die Akustikgitarre und zeigt, wie Pickup-Wahl und Volume-Poti den Klang verändern. Damit ist die Stunde nicht nur ein Songtutorial, sondern eine zusammenhängende Einheit über Rhythmus, Arrangement und Dynamik.
Ein Song, zwei Spielweisen
Die harmonische Basis bleibt, die Bewegungslogik ändert sich.
Beide Fassungen beginnen mit demselben E-Powerchord und nutzen dieselben charakteristischen Übergänge. Trotzdem entsteht ein anderes Körpergefühl. Die Easybeats leben von Tempo, kurzen Noten und zwei ineinandergreifenden Gitarren. Gary Moore setzt auf Gewicht, Palm Mutes und offene Akzente.
Picking und Akkordwechsel
Horst nennt etwa 190 BPM. Das hohe Tempo macht aus den Wechseln eine Präzisionsübung. Die rechte Hand bleibt in Bewegung, während die linke Hand Powerchords, Barrés und kurze Läufe verbindet.
Powerchords und zwei Rockgrooves
Bei etwa 160 BPM wird die Begleitung schwerer und breiter. Offene Anschläge wechseln mit gedämpften Einzeltönen. Eine zweite Spur ergänzt Zwischenlicks, solistische Einwürfe und eine Steigerung zum Ende.
Aus dem Song wird Training
Beide Versionen schulen Timing, Griffwechsel und das Verhältnis von Ton zu Pause. Du musst nicht beide Gitarrenspuren gleichzeitig erzwingen. Entscheide, welche Rolle du gerade zuverlässig tragen kannst.
Die Easybeats-Version in vier Bausteinen
Erst die Bewegungen trennen, danach das Tempo steigern.
Das Original klingt leichtfüßig, ist spieltechnisch aber anspruchsvoll. Horst empfiehlt, außerhalb der beiden Saiten zu picken, damit die Bewegung mehr Schwung bekommt. Für Rhythmusgitarre ist diese lebendige Pendelbewegung wichtiger als ein möglichst kleiner Anschlagweg.
E-Powerchord dämpfen
Grundton und Quinte werden gleichmäßig gepickt. Die Handkante liegt direkt vor der Brücke, damit der Ton kurz bleibt, ohne vollständig abzusterben.
A und D verbinden
Die leeren Saiten werden mit gegriffenen Tönen gekoppelt. Übe die Wechsel separat, bevor Gesangslinie und vollständige Form dazukommen.
Zwischenmotive platzieren
Die kurzen Läufe leben von klaren Pausen. Spiele die Noten nicht als durchgehende Kette, sondern höre die Unterbrechungen als Teil des Motivs.
Akkordkette sichern
C, E, A, Fis-Moll, H und E folgen schnell aufeinander. Powerchords sind eine sinnvolle Zwischenstufe, wenn die vollständigen Griffe noch bremsen.
Gary Moores 80er-Rockfassung
Zwei Grooveprinzipien, die weit über diesen Song hinausreichen.
Gary Moore reduziert das Tempo und macht den Rhythmus schwerer. Die erste Gitarrenspur trägt die Powerchords, die zweite antwortet mit Motiven, Hammer-ons, Pull-offs und einem kurzen Soloteil. Horst bezeichnet die beiden Begleitmuster als archetypische 80er-Rockgrooves.
Form, Akkorde und Rollen
Die schnelle Oberfläche braucht eine einfache innere Landkarte.
Die Easybeats-Fassung folgt einer knappen Folge aus Strophe und Refrain. Innerhalb dieser Form wechseln Begleitung und Zwischenmotive ihre Rollen. Besonders prägnant ist der schnelle Übergang vor dem Refrain. In der akustischen Zusammenfassung ergänzt Horst außerdem den Wechsel von D-Moll zu D vermindert.
- Zwei Gitarren im Original: Eine Stimme hält das Fundament, die andere setzt Läufe und Antworten.
- Allein gespielt: Halte Akkorde und Puls stabil. Baue nur die Motive ein, die den Rhythmus nicht gefährden.
- Im Refrain: Barré-Griffe und verschobene Akkordformen verbinden Harmonie und Lagenwechsel.
Prüffragen vor dem nächsten Tempo
Kannst du jede Funktion einzeln hören und spielen?
- Puls: Bleibt die rechte Hand gleichmäßig, wenn einzelne Schläge aussetzen?
- Tonlänge: Sind Palm Mutes kurz, aber noch eindeutig als Ton erkennbar?
- Griffwechsel: Landen C, E, A, Fis-Moll, H und E ohne zusätzlichen Kraftimpuls?
- Rollenwahl: Weißt du vor jedem Abschnitt, ob du Begleitung oder Zwischenmotiv spielst?
- Form: Findest du nach dem Refrain sicher zum Anfangsmotiv zurück?
Direkte Kapitel im Tutorial
Springe zu der Bewegung, die du heute wirklich trainieren willst.
- 00:10 · ÜberblickEasybeats 1966 und Gary Moore 1987.
- 01:18 · Zwei Gitarren und TempoArrangementgrenze und technische Herausforderung.
- 05:22 · Easybeats-IntroE-Powerchord, Picking und Palm Mute.
- 08:34 · G-Akkord und ZwischenmotivOktaven, Pausen und die zweite Gitarrenrolle.
- 13:51 · Schnelle AkkordketteC, E, A, Fis-Moll, H und E verbinden.
- 19:28 · RefrainbegleitungAkzente, Barrés und verschobene Formen.
- 27:51 · Der Song als ÜbungTempo herausnehmen, Rollen auswählen, sauber wiederholen.
- 31:37 · Gary-Moore-VersionMarshall-Sound, Powerchords und Tempo 160.
- 37:09 · Erster 80er-RockgrooveOffene Akkorde und anschließende Palm Mutes.
- 40:18 · Zweite GitarrenspurZwischenmotive und reduzierte Powerchordstimmen.
- 44:39 · Zweiter 80er-RockgroovePalm Mutes beginnen, offene Töne antworten.
- 47:30 · Mini-Solo und LicksBendings, Pull-offs und kontrollierte Tonhöhen.
- 52:47 · Grooves im LoopEinen Takt markieren, wiederholen und stabilisieren.
- 54:47 · Easybeats-SoundFender-Clean, Pickup-Wahl, Volume-Poti und Hall.
- 61:42 · Gary-Moore-SoundPlexi, Tube Screamer und Anschlagdynamik.
- 66:29 · Akustische BegleitungDie Songform mit einer einzigen Gitarre tragen.
- 70:04 · D verminderter AkkordDer zusätzliche Übergangsgriff in der Strophe.
Konkreter Übeplan
Vom halben Tempo zu zwei klar getrennten Versionen.
Horst empfiehlt ausdrücklich, den Song langsam und mit Metronom aufzubauen. Für das Original bedeutet das zunächst ungefähr halbes Zieltempo. Du übst nicht den ganzen Ablauf, wenn nur eine Akkordverbindung oder ein Wechsel zwischen offen und gedämpft stockt.
Arbeite mit kurzen Loops: Markiere in Guitar Pro oder in der Videolektion genau einen Takt. Wiederhole den E-Powerchord, die schnelle Akkordkette und beide Gary-Moore-Grooves getrennt. Erst danach verbindest du zwei Abschnitte.
Der Prüfpunkt ist Lockerheit. Die Handkante muss Palm Mutes öffnen und schließen können, ohne den Puls neu zu starten. Sobald Griffdruck oder Anschlag größer werden, reduzierst du das Tempo und verkleinerst die Bewegung.
Zum Schluss kommt die Rollenwahl: Spiele eine vollständige Fassung nur mit dem tragenden Rhythmus. Beim zweiten Durchlauf ergänzt du ausgewählte Zwischenmotive. So hörst du sofort, ob ein Zusatz den Song stärkt oder den Puls gefährdet.
- Intro isolieren: Acht Wiederholungen des gedämpften E-Powerchords, langsam und mit gleichmäßiger Tonlänge.
- Easybeats-Wechsel: A und D sowie die kurze Akkordkette einzeln üben. Nutze bei Bedarf zunächst Powerchords.
- Zwischenmotive setzen: Spiele die kurzen Linien mit ihren Pausen. Kein Ton darf die nächste Lücke verdecken.
- Gary-Groove 1: Offenen Akkord anschlagen, danach die gedämpften Töne im selben Handfluss spielen.
- Gary-Groove 2: Mit Palm Mutes beginnen und erst danach den Akkord öffnen. Vergleiche das Körpergefühl.
- Form und Sound: Spiele die gewählte Hauptspur durch. Regle Dynamik über Anschlag, Pickup und Volume-Poti, nicht durch Verkrampfung.
- Akustik-Test: Begleite Strophe und Refrain einmal ohne Zwischenlicks. Wenn die Form allein durch Akkorde und Puls trägt, ist dein rhythmisches Fundament belastbar.
Für VIP-Guitar Premium-Member
Notation und Guitar-Pro-Material für beide Gitarrenrollen
Horsts Paket enthält die Easybeats-Akkordübersicht sowie zwei ausgearbeitete Gary-Moore-Gitarrenstimmen. Nutze die Notation für Form und Fingersätze, das Tutorial für Anschlag, Dämpfung und musikalische Gewichtung.
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Diese Dateien sind Horst Kellers Interpretation des Stücks und ausschließlich für privates Studium, Ausbildung oder Forschung bestimmt.
Zwei Sounds, ein dynamisches Prinzip
Stelle den Amp tragfähig ein und forme die Rolle an der Gitarre.
Horst verändert nicht für jeden Abschnitt den gesamten Amp. Er hält den Grundsound stabil und arbeitet mit Pickup, Anschlag und Volume-Poti. Dadurch bleibt die E-Gitarre reaktionsfähig, statt nur lauter oder verzerrter zu werden.
Fender-Clean mit kontrolliertem Attack
Horst verwendet einen Deluxe-artigen Clean-Sound, Kompressor und Plattenhall. Für das Intro bleibt der hintere Pickup knackig, die Gitarrenlautstärke wird leicht reduziert. Bei der Begleitung helfen Zwischenposition und ein weiter zurückgenommenes Volume-Poti.
Plexi und Tube Screamer
Die Rockfassung läuft über einen Marshall-Plexi mit Tube Screamer. Der hintere Pickup liefert Biss und Durchsetzung. Gain und Gitarrenlautstärke bleiben so dosiert, dass Palm Mutes klar reagieren und offene Akkorde nicht verschwimmen.
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